Assistentin des Kurators


Michael Sailstorfer
Kopf und Körper

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
28.09.2014–25.01.2015

Michael Sailstorfer – Kopf und Körper

Museum Kurhaus Kleve, 28.09.2014 – 25.01.2015

Der in Berlin lebende Bildhauer und Installationskünstler Michael Sailstorfer (*1979) zählt zu den wichtigsten Impulsgebern seiner Generation und arbeitet seit über zehn Jahren an einer national wie international wahrgenommenen Erweiterung des Skulpturbegriffs. Sein Werk ist in Nordrhein-Westfalen bisher mit großem Interesse verfolgt worden („Clouds“ in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf, „Hoher Besuch“ im Skulpturenpark Köln, „Schwarzwald“ im Leopold-Hoesch-Museum in Düren, „Pulheim gräbt“ u.a.). Ein besonderes Charakteristikum seiner Arbeit besteht in der Verschränkung von Dingen und Materialien des Alltags mit einer neuen, oft metaphysisch-ironischen Bedeutung. Mit dieser Strategie des sinnfälligen Wechselns zwischen Realitätsebenen versteht er sich einerseits in der Nachfolge von Marcel Duchamp und Joseph Beuys und distanziert sich andererseits von deren avantgardistischem Sendungsbewusstsein durch einen programmatischen Pragmatismus. 

Obwohl Michael Sailstorfer bereits eine beachtliche Reihe von Einzel- und Gruppenausstellungen in renommierten Institutionen vorweisen kann, gab es noch keine größere Übersichtsausstellung seines Werkes in einem Museum. Diesem Desiderat half das Museum Kurhaus Kleve ab, indem es Michael Sailstorfer eine Präsentation in seiner gesamten unteren Etage widmete, wo dieser einen stringenten Parcours durch das Labyrinth seiner bisherigen skulpturalen Fragestellungen entwickelt hatte.

Von besonderem Interesse war dabei die Durchdringung von Innen/Außen und von Natur/Skulptur, die sowohl durch die singuläre Architektur des Hauses als auch durch die Spezifik der Arbeiten nahegelegt wird.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog.

Die Ausstellung wurde gefördert

Mit freundlicher Unterstützung

Basic Research
Notes on the Collection

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
29.06.–14.09.2014

Basic Research – Notes on the Collection

Museum Kurhaus Kleve, 29.06.2014 – 14.09.2014

Das Museum Kurhaus Kleve zeigte ein mehrstufiges Ausstellungsprojekt, das die herkömmlichen Formate der Sammlungspräsentation und der temporären Wechselausstellung miteinander verschränkt. Übergeordnetes Ziel einer solchen Symbiose war es, durch die Konfrontation unterschiedlicher Kontexte inspirierende Sichtweisen zu erzeugen und das Altbekannte ebenso mit neuen Augen zu sehen wie das noch Unbekannte in bestehende Paradigmen einzubinden. Das galt sowohl für die wunderbaren Bestände des Hauses als auch für die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler, die ihre Position quasi als Reibungsfläche der Gegenwart im musealen Resonanzraum entfalten.

Die Neupräsentation der Sammlung umfasste drei große thematische Bereiche. In einem ersten Schritt wurden, ausgehend von der spätgotischen Skulptur im Katharina von Kleve-Saal, die Bestände der Renaissance und des Barock in einem räumlichen Farbklang von dunklem Schiefer, Ochsenblutrot und Tannengrün derart geordnet, dass sowohl inhaltliche Zusammenhänge zwischen den Gruppen der Bildnisse, der Landschaftsdarstellungen und des Kunsthandwerks ablesbar wurden als auch eine raumbezogene formale Stimmigkeit entstehen konnte. Auf diese Weise schien die Geschichte der Herzöge von Kleve oder des brandenburgischen Statthalters Johann Moritz von Nassau-Siegen ebenso auf wie die kunsthistorischen Kontexte der Hauptwerke etwa von Jan Baegert, Arnt van Tricht oder Govert Flinck.

Der zweite Schritt widmete sich dem Werk von Joseph Beuys, das gemeinsam mit dem Nachlass von Ewald Mataré zum identitätsstiftenden Bestand des Hauses gehört und das sich in einer Abfolge von fünf zusammenhängenden Räumlichkeiten entfaltete. Den Auftakt bildete das Vestibül des ehemaligen Friedrich-Wilhelm-Bades mit der Skulptur der „Badewanne“ (1961/1987) und Photographien von Gerd Ludwig, die Beuys in großer Nähe während einer Reise 1978 an den Niederrhein zu den Orten seines Ursprungs zeigten. Es folgte der Energieraum des Ateliers, das der Künstler von 1957 bis 1964 nutzte und das eine Vielzahl von Arbeitsinstrumenten und Materialien enthielt, die den Laborcharakter des Studios betonen. Ebenso zu sehen waren Photographien von Fritz Getlinger, die Beuys in diesem Raum bei der Arbeit am öffentlichen Auftrag eines „Ehrenmales für die Gefallenen beider Weltkriege“ zeigte und mit denen er sich erfolgreich um eine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf bewarb. Ein konzentriertes Kabinett mit Zeichnungen der zumeist 1950er Jahre schloss sich an und mündete in einen Saal, in dem unter anderem das vierteilige Hauptwerk „Ohne Titel (Mein Kölner Dom)“ von 1980 präsentiert wurde. Im darüber liegenden Geschoss fanden sich dann die frühen Gips-Skulpturen, Entwürfe und Modelle der 1940er und 1950er Jahre, die in dieser Dichte und Qualität nur im Museum Kurhaus Kleve zu sehen waren.

Der dritte Schritt der Sammlungsneupräsentation umfasste insbesondere die photographischen und skulpturalen Werke der Gegenwartskunst, die in den großzügigen Räumlichkeiten der oberen Kursäle präsentiert wurden. Dort fanden sich sowohl signifikante Arbeiten von Tacita Dean, Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff, Thomas Struth und Jeff Wall als auch die beiden raumdominierenden Setzungen von Paloma Varga Weisz im linken und Stephan Balkenhol im rechten Ausstellungsbereich. Auch die beiden Arbeiten von Isa Genzken, denen der Titel für das Gesamtprojekt „Basic Research“ entlehnt wurde, hatten dort ihren Platz. Ebenso in diesen Zusammenhang gehörten die spektakuläre Neuhängung von „Klever Raum I und II“ von Ulrich Erben in der sogenannten Pinakothek als auch die Präsentation der kleinformatigen, aber hochkarätigen Bestände der Avantgarden der 1960er und 1970er Jahre im vorderen Gebäudeteil, mit denen der Prozess der Sammlungsneupräsentation im Februar 2014 eingeleitet wurde.

In dieses überaus vielgestaltige Referenzgewebe wurden gegenwärtige Künstlerinnen und Künstler eingeladen, ihre Sicht der Dinge im Sinne von Anmerkungen, eben „Notes on the Collection“, zu artikulieren. Die Basis dafür bildete der Schweizer Künstler Franz Gertsch (*1930), der dem Haus seit langer Zeit eng verbunden ist und der jetzt mit dem fulminanten Zyklus der „Jahreszeiten“ (2007-2011) in Erscheinung tritt. Diese vierteilige malerische Meditation über Werden und Vergehen definierte den enormen Raum der sogenannten Wandelhalle eindringlich und fungierte zugleich als geistiger Spiegel der Veränderungen der Natur vor den Fenstern im Park.

Der amerikanische Künstler Jack Pierson (*1960) ist einem internationalen Publikum gut durch seine „word pieces“ bekannt, Wortskulpturen aus gefundenen Buchstaben des öffentlichen Raumes, mit denen er Sentenzen formt, die sich mit emotionaler Dringlichkeit im Bewusstsein des Betrachters behaupten. Für das Museum Kurhaus Kleve hat er eine Trias entworfen, die sich aus den Aussagen „False Gods“, „A Dead Soldier“ und „His Eye is on the Sparrow“ bildete und sowohl tagespolitische als auch religiös-philosophische Sinnfragen assoziierte.

Der lange als „Fallensteller“ bekannte Künstler Andreas Slominski (*1959) war mit drei großformatigen „Garagen-Bildern“ vertreten, die voller Hintersinn die Mechanismen bildlicher Repräsentation befragten. Im gleichrangigen Nebeneinander applizierter Hinweise, Signets und Schilder wurde zum einen die Botschaftslosigkeit heutiger Kunst scheinbar eins zu eins vor Augen geführt. Zum anderen spielte Slominski mit dem hehren Anspruch der ungegenständlichen Malerei, erklärte mehr oder weniger banale Tore zum Bildträger oder zum Bild selbst und lockte so den Betrachter wiederum in eine reflexiv um sich selbst kreisende Wahrnehmungsfalle.

Im doppelgeschossigen Raum der oberen Etage verstärkten die gewebten Medien-Tapisserien von Margret Eicher (*1955) ganz bewusst die Zweifel an jeglicher Bild-Realität. Die tradierten Muster höfischer Darstellung nutzte sie dabei wie eine Folie, die mit zeitgenössischen Inhalten gefüllt wurde und piktoriale Sequenzen des kollektiven Bewusstseins an die Ehrbarkeit des Gobelins band. Ob dabei Vermeers „Lob der Malkunst“ oder Lifestyle-Diven die Vorlage bilden, war hier nicht mehr wichtig; was zählte, war digitale Ekstase.

Der in Brüssel lebende Künstler Yves Zurstrassen (*1956) hingegen ist ein bekennender Verfechter analoger Malerei. In seinen „Pattern Paintings“ schichtete er diverse Referenzsysteme der ornamentalen, der gestischen und der geometrischen Abstraktion übereinander und strukturiert sie durch Raster, Punkte und Sterne. Die so entstehenden bildlichen Hybride zeichnen sich gleichermaßen durch eine hohe sinnliche Qualität der Oberflächen wie durch das Aufscheinen der zugrundeliegenden Paradigmen aus.

Auch der bei Berlin lebende Künstler Anton Henning (*1964) verstand sich als Vollblutmaler und läuterte zugleich die Wucht dieser Bestimmung durch die Adaption historischer Sujets und Stimmungen. In der zitierten Manier des 19. Jahrhunderts buchstabierte er die Gattungen des Stilllebens, des Interieurs oder des Akts nach und verband sie zu komplexen Rauminstallationen voll synästhetischer Empfindungen. Im Wechselspiel von dunkler Wand und selbstleuchtenden Bild-Objekten hat er für das Museum Kurhaus Kleve einen hochenergetischen Raum geschaffen, der die Kur-Klischees der Salonmalerei selbstbewusst unter Strom setzt.

Der in Rees lebende Bildhauer Thomas Kühnapfel (*1966) verband zwei Elemente, die gemeinhin als unvereinbar gelten: Stahl und Luft. Mit Hilfe von enormem pneumatischem Druck brachte er verschweißte Stahlplatten zu überraschender skulpturaler Entfaltung und lotete dabei das Potential von Prozess und Ergebnis, von Planbarkeit und Eigendynamik in spannungsvoller Konzentration aus. Im neuen Innenhof zwischen dem Katharina von Kleve-Saal und dem Joseph Beuys-Westflügel errichtete er auf diese Weise seine „Rising Sculpture Big in Japan (Tom Waits)“. Die damit vollzogene Intervention in eine neu geordnete Sammlung verband als geistige Grundhaltung alle der geladenen Künstlerinnen und Künstler und verlieh der musealen „Grundlagenforschung“ die notwendigen Schübe an Intensität und Aktualität.

Die Ausstellung wurde gefördert

David Novros

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
16.03.–09.06.2014

David Novros

Museum Kurhaus Kleve, 16.03.2014 – 09.06.2014

David Novros (1941 geboren in Los Angeles, lebt und arbeitet in New York) gilt als wesentlicher Vertreter einer genuin nordamerikanischen Malerei. Zu Beginn der 1970er

Jahre international bekannt geworden im Umfeld von Protagonisten der Minimal Art, beispielsweise Carl Andre und Donald Judd, steht er in einer Linie mit Malern wie Robert Mangold und Brice Marden, dessen Retrospektive der Druckgraphik 2009 im Museum Kurhaus Kleve noch vielen Besuchern in guter Erinnerung sein wird.

In Kooperation mit dem Museum Wiesbaden richtete das Museum Kurhaus Kleve David Novros nun die erste museale Einzelausstellung in Europa aus. Im Mittelpunkt standen Schlüsselwerke von teils imponierendem Format aus den 1960er und 1970er Jahren – aus jener Zeit also, in der Novros seinen eigenen künstlerischen Weg fand und mit Entschiedenheit verfolgte.

Von besonderer Bedeutung ist dabei die Kooperation mit Donald Judd, für dessen Wohn- und Atelierhaus in New York er 1969/70 ein großes Fresko schuf. Diese erste Arbeit in situ war prägend für sein Verständnis von Malerei: Seiner Überzeugung nach muss sie sich mit dem Ort ihrer Präsentation verbinden, ja selbst einen eigenen Ort schaffen.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog.

Die Ausstellung wurde gefördert

Mit freundlicher Unterstützung

Franz Gertsch
Die Jahreszeiten

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
16.03.–14.09.2014

Franz Gertsch – Die Jahreszeiten

Museum Kurhaus Kleve, 16.03.2014 – 14.09.2014

Das singuläre Werk des konzeptuellen Realisten Franz Gertsch (geboren 1930 im Kanton Bern, Schweiz) bildet seit vielen Jahren einen konzentrierten Gegenentwurf zur Schnelllebigkeit unserer Zeit und ist in der Sammlung des Museum Kurhaus Kleve mit der Arbeit „Silvia II“ (2000) sowie weiteren großformatigen Holzschnitten prominent vertreten.

Gleichwohl war es eine besondere Freude, dass 2014 auch sein großartiger Zyklus der „Jahreszeiten“ (2008-2011) in Kleve gezeigt werden konnte, der weithin als Summe seiner künstlerischen Erfahrungen wahrgenommen wird und schon heute als sein malerisches Vermächtnis gilt.

Die vier großformatigen Arbeiten (je 325 x 480 / 490 cm) veranschaulichen anhand eines scheinbar immer gleichen Naturausschnitts sowohl die stupende Wandelbarkeit der sichtbaren Wirklichkeit als auch die Sinnfragen menschlicher Konditionierung, die seit jeher und immer wieder neu verhandelt werden müssen.

Zur Ausstellung erschien eine Edition.

Die Ausstellung wurde gefördert

Mit freundlicher Unterstützung

Llyn Foulkes

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
08.12.2013–02.03.2014

Llyn Foulkes

Museum Kurhaus Kleve, 08.12.2013 – 02.03.2014

Der amerikanische Künstler Llyn Foulkes (geb. 1934 in Yakima, Washington) zählt zu den bemerkenswertesten Entdeckungen der letzten documenta. Das Museum Kurhaus Kleve zeigte als erstes Museum in Europa eine umfassende Retrospektive seines Werks mit ca. 100 Arbeiten von den frühen 1960er Jahren bis heute. Ein besonderer Akzent lag dabei auf der Wechselwirkung von bildender Kunst und experimenteller Musik.

Llyn Foulkes ist eine Schlüsselfigur in der Kunstszene der amerikanischen Westküste und hat ein so faszinierendes wie sperriges Oeuvre geschaffen. Es setzt in den frühen 1950er Jahren ein mit surrealistisch anmutenden Malereien und führt über Combine Paintings und Assemblagen (ab etwa 1959) und die verstörenden Porträts der 1970er Jahre zu den gesellschafts- und konsumkritischen Arbeiten der letzten Jahrzehnte, die gleichermaßen als Gemälde und Materialbilder angesprochen werden können. In ihnen thematisiert er die Schattenseiten des „American Way of Life“ mit seinem bedingungslosen Streben nach individuellem Glück und materiellem Wohlstand.

Seit 1979 baut Foulkes an einer gigantischen Sound-Maschine aus Trommeln, Pfeifen, Hörnern und Bässen aller Art („The Machine“), die immer komplexer wird, ohne jemals fertig werden zu können – Sinnbild eines Werkprozesses, für den das Infinito konstitutiv und Musik ein entscheidendes Movens ist. Noch im Rahmen der documenta 13 hat Foulkes selbst einen seiner berühmten Auftritte mit diesem monströsen Instrument absolviert.

Das Museum Kurhaus Kleve antwortete auf die musikalische Seite seines Schaffens mit einer Veranstaltungsreihe zu zeitgenössischer experimenteller Musik.

Die Ausstellung war zu sehen im Hammer Museum, Los Angeles, und im New Museum, New York. Zur Ausstellung sind ein englischer Katalog und ein deutsches Booklet erschienen. 

Die Ausstellung wurde gefördert

Mit freundlicher Unterstützung

Technische Realisierung

Die Dominikaner in Kalkar
Begraben und vergessen?

St. Nicolai, Kalkar
30.09.–15.09.2013

Die Dominikaner in Kalkar. Begraben und vergessen?

St. Nicolai Kirche, Kalkar, 30.06.2013 – 15.09.2013

1453 wurde von der Klever Herzogfamilie in Kalkar ein Dominikanerkloster gestiftet, in dem etwa zehn Dominikanermönche lebten und predigten. In der Klosterkirche befanden sich bedeutende Kunstwerke, das Kloster besaß eine große Bibliothek.

Nach der Säkularisierung 1802 wurden Klosterkirche und die meisten Klostergebäude abgerissen, die Kunstwerke über die Kirchen der Region verteilt. Heute erinnern nur noch die vor einigen Jahren restaurierte Mauer des Klosterbongerts und der ehemalige Fischteich an das frühere Kloster.Der Dominikaner Bongert in Kalkar wird heute als Obstwiese genutzt

In einer groß angelegten Ausstellung wurde das kostbare Erbe der Dominikaner in Kalkar sichtbar gemacht und ihr verdienstvolles Wirken in Erinnerung gebracht. Im Zuge der Ausstellung kehrten bedeutende Kunstwerke aus dem ehemaligen Dominikanerkloster nach Kalkar zurück.

Zu sehen war die Ausstellung im Nordschiff der St.-Nicolaikirche, die selbst auch zahlreiche Kunstwerke aus dem Dominikanerkloster bewahrt.

Zur Ausstellung ist ein Katalog mit Beiträgen von Prof. Dr. F.G.L. van der Meer, Prof. Dr. Jutta Prieur-Pohl, Dr. Reinhard Karrenbrock, Guido de Werd und Gerard Lemmens erschienen.

Weitere Informationen sind unter www.dominikaner-kalkar.de erhältlich. 

The Present Order
is the Disorder
of the Future

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
14.07.–15.09.2013

The Present Order is the Disorder of the Future

Museum Kurhaus Kleve, 14.07.2013 – 15.09.2013

In einer thematischen Gruppenausstellung vereinte das Museum Kurhaus Kleve Werke von insgesamt elf Vertreter*innen der internationalen Gegenwartskunst: Saâdane Afif, Edgar Arceneaux, Birgit Brenner, Lutz Dammbeck, Sam Durant, Ian Hamilton Finlay, Michael Kunze, Atelier van Lieshout, Olaf Nicolai, Tejal Shah und Artur Żmijewski.

Der Titel der Ausstellung, „The Present Order is the Disorder of the Future“, bezog sich auf einen Ausspruch des französischen Revolutionärs und Schriftstellers Saint-Just – ein Bekenntnis zur Veränderbarkeit gesellschaftlicher Verhältnisse, in dem auch das Risiko aller Utopien aufscheint: die Gefahr, dass Tugend in Terror umschlägt und alte Machtstrukturen von neuen abgelöst werden.

Die Künstler*innen der Ausstellung thematisieren diese Spannung zwischen Vision und Wirklichkeit mit den Mitteln und den Medien unserer Zeit – offen in ihren Urteilen und Referenzen. Gleichsam die Basis lieferte dabei eine Arbeit des schottischen Konzeptkünstlers Ian Hamilton Finlay, die das Zitat von Saint-Just in Stein gemeißelt zeigte.

Zur Ausstellung erschien eine Publikation.

Die Ausstellung wurde gefördert

Mit freundlicher Unterstützung

Mein Rasierspiegel
Von Holthuys bis Beuys

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
09.09.2012–07.04.2013

Mein Rasierspiegel – Von Holthuys bis Beuys

Museum Kurhaus Kleve, 09.09.2012 – 07.04.2013

Am 9. September 2012 eröffnete das erweiterte Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung seine Türen für das Publikum. Erstmals zu erleben war dabei nicht nur ein neuer Museumsteil, das restaurierte sog. „Friedrich-Wilhelm-Bad“ mit dem Atelier von Joseph Beuys, sondern auch die Sammlung des Museum Kurhaus Kleve in allen ihren Facetten. Die Eröffnungsausstellung trug den Titel „Mein Rasierspiegel“ und umfasste Meisterwerke vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Das Museum Kurhaus Kleve wurde im April 1997 eröffnet und hat sich seitdem zu einer der ersten Adressen für moderne und zeitgenössische Kunst in Nordrhein-Westfalen entwickelt. Zweimal wurde es von der deutschen Sektion der AICA ausgezeichnet: 2004 als „Museum des Jahres“ und 2011 für die Ausstellung von Carl Andre 2011. Es ist untergebracht im ehemaligen Kurhaus der Stadt Kleve, einem klassizistischen Gebäudekomplex aus dem 19. Jahrhundert.

In einem ersten Bauabschnitt wurden zwischen 1992 und 1996 die beiden jüngeren Kompartimente des historischen Kurhauses, das frühere Badhotel und die Wandelhalle (1871-73), museal nutzbar gemacht. Der zweite Bauabschnitt integriert mit dem Friedrich-Wilhelm-Bad nun endlich auch den ältesten, 1845-46 errichteten, Gebäudeteil und bedeutet im eigentlichen Sinn die Vollendung des Museums.

Das Museum Kurhaus Kleve erhielt rund ca. 700 m² Ausstellungsfläche hinzu, und zwar v.a. innerhalb des denkmalgeschützten Bestandes. Wesentliche Elemente der ursprünglichen Architektur konnten erhalten oder rekonstruiert werden. Wichtige Zugewinne sind der spektakuläre acht Meter hohe Katharina von Kleve-Saal, der das bisherige Museum organisch mit dem neuen Teil verklammert, sowie ein unterirdisches Graphikkabinett. Wie schon beim ersten Bauabschnitt zeichnete auch diesmal Prof. Walter Nikkels als Entwerfer für die Architektur verantwortlich. Realisiert wurde die Baumaßnahme von der Planungsgemeinschaft Museum Kurhaus Kleve – Prof. Walter Nikkels, Dieter Willinek, Ingrid van Hüllen.

Als besonderer Glücksfall muss gelten, dass das neu zu eröffnende Friedrich-Wilhelm-Bad jene Räume birgt, die Joseph Beuys in einer entscheidenden Phase seines Lebens und Schaffens als Atelier dienten. Das Museum Kurhaus Kleve ist damit das einzige Museum für moderne und zeitgenössische Kunst weltweit, das in seinen Mauern mit den authentischen Atelierräumen einer für die Kunst des 20. Jahrhunderts derart zentralen Persönlichkeit aufwarten kann.

Nach seiner tiefen Krise Mitte der 1950er Jahre erfand Beuys sich in seinem Klever Atelier als Künstler neu. Hier legte er zwischen 1957 und 1964 den Grundstein für seine spätere Weltgeltung. Nach der Auflösung von Wohnung und Arbeitsplatz am Düsseldorfer Drakeplatz sind die Räume im Friedrich-Wilhelm-Bad (abgesehen von der Kunstakademie Düsseldorf) die letzte authentische Wirkungsstätte von Joseph Beuys, die in Nordrhein-Westfalen überhaupt noch existiert und öffentlich zugänglich ist.

Die Sammlungspräsentation „Mein Rasierspiegel“ wurde kuratiert vom früheren Leiter und jetzigen Senior Kurator des Klever Museums, Drs. Guido de Werd, der damit die Bilanz seiner vierzigjährigen Arbeit vor Ort zog. Die Ausstellung umfasste sämtliche Säle des Museum Kurhaus Kleve und präsentierte zum ersten Mal überhaupt alle Aspekte der facettenreichen Bestände, beginnend mit der Skulptur des Mittelalters über den Barock und die große Zeit der Gartenkunst in Kleve, die Graphiksammlung Robert Angerhausen und das Kunsthandwerk bis hin zur Kunst der Moderne und der Gegenwart mit den beiden Schlüsselfiguren Ewald Mataré und Joseph Beuys.

Josefa Ortmann
Eine Klever Theaterlegende
in Bildern von Fritz Getlinger

Museum B.C. Koekkoek-Haus, Kleve
17.06.–09.09.2012

Josefa Ortmann (1912-1981): Eine Theaterlegende vom Niederrhein, photographiert von Fritz Getlinger

Museum B.C. Koekkoek-Haus, 09.09.2012 – 07.04.2013

2012 jährte sich am 3. Januar der 100. Geburtstag von Josefa Ortmann, die als Bühnenschauspielerin am „Theater am Niederrhein“ zu einer der prägenden weiblichen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Kleve gehörte. Aus diesem Anlass zeigte das B.C. Koekkoek-Haus eine Ausstellung mit rund 70 ausgewählten schwarz-weiß Photographien von ihren Anfängen in den 1940er Jahren bis zum Abschluss ihrer Bühnenkarriere Ende der 1960er.

Die Ausstellung wurde vorbereitet durch den Theaterkenner und langjährigen Vertrauten von Josefa Ortmann, Herrn Eduard Wirths. Das Theater am Niederrhein wurde 1947 im vom Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Kleve gegründet und trug schon in frühen Jahren wesentlich zum kulturellen Leben der Stadt bei.

Josefa Ortmann, die 1912 in Bielefeld geboren wurde und bereits 1935 am Rose-Theater in Berlin spielte, erhielt in Kleve 1948/49 ein festes Engagement. Achtzehn Jahre lang war sie festes Mitglied des Theaters am Niederrhein. Als sie 1966 ihre Karriere aufgab, konnte sie auf über 140 Bühnenrollen zurückblicken. Darunter waren Stücke wie „Hamlet“, „ Maria Stuart“, „Tod eines Handlungsreisenden“ oder „Woyzeck“, in denen sie zahlreiche Hauptrollen verkörpert hatte.

Das Theater am Niederrhein hatte unter der Ära von Josefa Ortmann, die eines seiner längsten Mitglieder war, seine Blütezeit. Nach der Fertigstellung des Klever Burgtheaters 1950 nahm es eine feste Stellung in Kleve ein. Das Theater bot den Luxus von Umkleideräumen für die Schauspieler sowie sehr gute Probemöglichkeiten auf der Bühne. Im Laufe der 1950er und 60er Jahre wurde das Burgtheater mit seinen monatlichen Vorstellungen immer mehr zum Treffpunkt für Kulturinteressierte in Kleve und Umgebung. Rückblickend gilt diese Zeit als die „große Klever Theaterzeit“.

1975 wurde das Theater am Niederrhein aufgelöst. Josefa Ortmann starb 1981 im Alter von 69 Jahren. Sie war verheiratet mit Fritz Getlinger, der auch der Photograph des Theaters am Niederrhein war und Josefa Ortmann in ihren zahlreichen Theaterrollen dokumentiert hat. Diese Bilder stellen den Kern der Ausstellung dar.

Eduard Wirths, Klever Theaterkenner und Buchautor, erinnerte sich: „Als Mitglied des Fördervereins kannte ich sie als eine sehr engagierte Frau, die sich als Vertrauensdame für das Ensemble einsetzte. Sie spielte große klassische Rollen genauso überzeugend wie Marketenderinnen und Kupplerinnen.“

Tochter Katharina wusste zu erzählen: „Jede Rolle wollte sie ganz ausfüllen, und war sie auch noch so klein. Als sie in ‚Die kluge Anna‘ als klevische Hofdame nur den einen Satz sprechen musste: ‚Ek woll, ek was allweer in Kleef‘, übte sie diesen solange mit einem Klever Platt sprechenden Bühnentechniker, bis sie ihn beherrschte. Am Premierenabend hatte sie die Lacher natürlich auf ihrer Seite.

B.C. Koekkoek
Im Kreis der Romantik
Zum 150. Todestag

Museum B.C. Koekkoek-Haus, Kleve
01.04.–09.09.2012

B.C. Koekkoek (1803-1862): Im Kreis der Romantik. Zum 150. Todestag

Museum B.C. Koekkoek-Haus, 01.04.2012 - 09.09.2012

Am 5. April 2012 jährt sich der Todestag des großen romantischen Landschaftsmalers der Niederlande, Barend Cornelis Koekkoek (Middelburg 1803-1862 Kleve), zum 150. Mal. Aus diesem Anlass widmete das Museum B.C. Koekkoek-Haus seinem berühmten Namensgeber eine Ausstellung mit Gemälden aus seiner Sammlung und einzelnen repräsentativen Leihgaben aus niederländischem Besitz, die einen umfassenden Überblick über das künstlerische Wirken Koekkoeks geben.

Die Ausstellung mit rund 150 Arbeiten war der Beginn des großen Koekkoek-Jahres 2012, das im Herbst mit „Gemalt für den König - B.C. Koekkoek und die Luxemburgische Landschaft“ seinen Höhepunkt erreichte. Die Ausstellung „B.C. Koekkoek - Im Kreis der Romantik“ wurde über alle drei Stockwerke des Gebäudes präsentiert, das nach einer ca. einmonatigen Renovierungs- und Umbauphase in neuem Glanz erstrahlt.

Von B.C. Koekkoek selbst waren u.a. das „Porträt einer jungen Dame“ (die so genannte „Mona Lisa von Kleve“ von 1846) als auch „Die große Buche vor Schloss Moyland“ (1840) zu sehen. Sein Gemälde „Der Sturm“ (1843) vermittelte imposant romantisches Lebensgefühl, indem es alltägliche Beschaulichkeit neben plötzlich aufkommender Gefahr zeigte.

Neben den Gemälden des „Prinzen der Landschaftsmaler“ B.C. Koekkoek persönlich waren auch die Werke seiner Familienmitglieder und Schüler zu sehen. Ausgestellt waren u.a. Marinebilder von Johannes Hermanus (dem Vater des B.C. Koekkoek) und Hermanus sr. und jr. (dem Bruder und Neffen des B.C.), Porträts der Familie Koekkoek - von Koekkoeks Mutter Anna über seinen Schwiegervater Jean Augustin Daiwaille bis hin zu seiner Gemahlin Elise Therérèse - als auch Landschaftsansichten seines Bruders Marinus Adrianus.

Als Arbeiten seiner Schüler sind besonders die Gemälde des Johann B. Klombeck als auch die des Johannes Tavenraat hervorzuheben. Klombeck galt als Meisterschüler Koekkoeks, der seinen Stil auch nach dessen Tod eindrucksvoll weitergeführt hat. Die Werke von Tavenraat entsprachen am wenigstens denen seines Lehrers. Er hat sich am schnellsten von ihm gelöst und eine eigenständige, beinahe an William Turner erinnernde Bildsprache entwickelt. Ihm waren mehrere Säle gewidmet, u.a. ein ganzer Raum mit Vanitas-Darstellungen, die sich mit der Vergänglichkeit des Lebens befassten.

Das B.C. Koekkoek-Haus bildet den idealen Standort, um den berühmten Landschaftsmaler zu würdigen. Koekkoek selbst, der 1834 als junger und begabter Künstler wegen der reizvollen Lage der Kurstadt nach Kleve übersiedelte, ließ sich das Gebäude in den 1840er Jahren als Wohnpalais errichten. Er erlangte in Kleve bereits zu Lebzeiten internationalen Ruhm. Seine Werke wurden von allen großen Sammlern des 19. Jahrhunderts, vom russischen Zaren, vom niederländischen und preußischen König und von vielen Privatsammlern in den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Deutschland, erworben.

Raimund Girke
Museum Kurhaus Kleve, Kleve
12.02.–20.05.2012

Jannis Kounellis

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
11.09.2011–29.01.2012

Ein romantischer Blick
Die Sammlung Rademakers

Museum B.C. Koekkoek-Haus, Kleve
25.09.2011–26.02.2012

Carl Andre

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
17.04.–28.08.2011

Exlibris und Kleingraphik 1900–1950
Aus der Sammlung Hanns Max Hirsch

Museum B.C. Koekkoek-Haus, Kleve
17.10.2010–30.01.2011

Ulrich Erben
SIRIA
Erscheinung und Bewegung

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
04.07.–24.10.2010

Alex Katz
An American Way of Seeing

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
11.10.2009–21.02.2010

Ettore Spalletti

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
24.05.–20.09.2009

Brice Marden
Retrospektive der Druckgraphik

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
01.02.–26.04.2009

Alan Charlton

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
28.09.2008–11.01.2009

David Thorpe
Museum Kurhaus Kleve, Kleve
27.01.–12.05.2008

Robert Indiana

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
26.08.2007–06.01.2008

 

18.03.–03.05.2009 

Giuseppe Penone

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
08.10.–25.02.2007

Lothar Baumgarten
Imago Mundi

Museum Kurhaus Kleve, Kleve
29.01.–14.05.2006